Das Projekt

„Servicestelle für internationale Jugendarbeit in NRW“  Logo Servicestelle

Ab dem 01. Januar 2016 hat das Projekt „Servicestelle für internationale Jugendarbeit in NRW“ begonnen, welches zunächst für drei Jahre als Fachstelle in Fragen rund um die internationale Jugendarbeit beraten, begleiten und befähigen soll. Die Servicestelle NRW entwickelte sich aus dem Projekt „Weiterentwicklung internationaler Jugendarbeit in NRW“ und dem daraus ermittelten Bedarf an Beratungsleistung. Ziel ist nach wie vor die Förderung benachteiligter junger Menschen an internationalen Maßnahmen.

Die Service-Stelle soll eine Fachstelle für das Land Nordrhein-Westfalen sein, die gezielt Träger der Jugendhilfe und sonstige Einrichtungen sowie deren Netzwerke motiviert sich neu oder stärker als bisher mit der Zielgruppe der sogenannten bildungsbenachteiligten Jugendlichen international zu beschäftigen. Dies soll mit Hilfe von Netzwerkarbeit, Informationsveranstaltungen, partieller individueller Beratung und einem Modell-Projekt gewährleistet werden, um die zuvor genannten Defizite und „Lücken“ zu schließen.

Struktureller Ansatz

Die Servicestelle setzt so mit ihrem Ansatz an den vorhandenen Strukturen und Netzwerken an. Ziel ist es, die vorhandenen Akteure und Verbände auf Landesebene für internationale Arbeit neu bzw. stärker als bisher zu sensibilisieren und zu qualifizieren, um hier ein grundlegendes Umdenken im Sinne der bisher nicht beteiligten Jugendlichen zu erreichen. Internationale Jugendarbeit soll somit selbstverständlicher integrativer Teil der Arbeit der Netzwerke wie AGOT, Jugendberufshilfen, Jugendverbände, der Jugendpfleger, der Migrantenselbstorganisationen werden.

Maßnahmen zur Umsetzung

Sensibilisierung der Träger/Netzwerke auf NRW-Ebene für internationale Jugendarbeit, wie oben angeführt.

Vertiefende Kooperation mit ausgewählten Trägergruppen

– Stärkung der Vernetzung zwischen den Akteuren

Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Förderworkshops: Zentral ist die Arbeit der Servicestelle in den o. g. Netzwerken. Darüber hinaus sind einzelne zusätzliche übergreifende Informationsveranstaltungen in den verschiedenen NRW-Regionen geplant, zu denen Akteure der Jugendsozialarbeit, der offenen (freien und kommunalen) Kinder‐ und Jugendarbeit sowie Jugendverbandsarbeit, Träger der Jugendberufshilfe und Schulen angesprochen werden, die bisher noch nicht über die Netzwerkarbeit erreicht worden sind, die aber deutlich an der Umsetzung dieser Aufgabenstellung in ihren Arbeitsfeldern interessiert sind.

Entwicklung eines Modell-Projektes: Das Modell-Projekt ist ein eigenständiges und gemeinsames Projekt zwischen der Service-Stelle und einem Kooperationspartner der Jugendhilfe. Dabei geht es über die reine Beratung von der Idee bis zum Antrag hinaus; Antragstellung, die gesamte Durchführungszeit und finanzielle Abwicklung werden durch die Service-Stelle begleitet. Für eine Anbindung an dieses Projekt spricht der Modellcharakter dieser Maßnahme.

Flyer zum Projekt „Servicestelle für Internationale Jugendarbeit NRW“ zum Download:

Projektflyer Servicestelle

Hier finden Sie mehr Informationen zum Vorläuferprojekt und zum aktuellen forum

Das Vorläuferprojekt

"Weiterentwicklung der internationalen Jugendarbeit unter besonderer Berücksichtigung bildungsbenachteiligter Jugendlicher in NRW"

An welchem gesellschaftlichen Anliegen möchte das Projekt ansetzen?

Die internationale Jugendarbeit steht vor neuen Herausforderungen - auch in NRW. Mehr denn je stehen junge Menschen vor der Aufgabe in einer globalen Welt aufzuwachsen. Damit einher steigen die Erwartungen an Mobilität und Auslandserfahrung immer mehr - vor allem in der Berufswelt. Gleichzeitig ist festzustellen, dass immer weniger Zeit in der schulischen und beruflichen Bildung für Auslandsaufenthalte zur Verfügung steht. Dieses Problem trifft besonders bildungsbenachteiligte junge Menschen, denn es sind vor allem Gymnasiast*innen, die von grenzüberschreitenden Austauschen profitieren. Zahlreiche Studien belegen, dass z.B. die Teilnahme an internationalen Jugendaustauschprogrammen eine nachhaltige positive Wirkung auf die Persönlichkeitsbildung ausübt. In Anbetracht dessen sollen alle Zielgruppen von internationaler Jugendarbeit profitieren und allen die Chance eingeräumt werden daran teilzuhaben. (siehe dazu z.B. auch IJAB „Internationale Jugendarbeit wirkt“- https://www.ijab.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/jive-brosch-intjuga-d-110601.pdf)

Projektziele

Im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen möchten wir Einrichtungen, in denen Jugendliche mit niedrigeren Bildungschancen arbeiten und leben, für die internationale Jugendarbeit gewinnen. Anhand erfolgreicher Praxisbeispiele verdeutlichen wir den Mehrwert, der sich aus Projekten im internationalen Bereich für die Jugendlichen ergibt.
Eine Bestandsaufnahme der Bedingungen und Erfahrungen in der Internationalen Jugendarbeit in NRW soll zur Entwicklung von Informations- und Beratungsmaterialien genutzt werden, die interessierten Trägern die Arbeit mit der Zielgruppe vereinfachen sollen.

Zielgruppe

Wir möchten alle Träger der Jugendsozialarbeit und der offenen Kinder- und Jugendarbeit in NRW ansprechen, die mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen arbeiten und bereits Erfahrung mit Internationaler Jugendarbeit gemacht haben.

Darüber hinaus sollen Einrichtungen, die bislang keine Erfahrung auf dem Gebiet gemacht haben, auf internationale Programme aufmerksam gemacht werden. Wir möchten ihnen ermöglichen, sich mit Expertinnen und Experten über Bedingungen und Möglichkeiten der Internationalen Jugendarbeit auszutauschen.

Projektpartner

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe sollen Partner aus NRW einbezogen werden, die Expert*innen in den einzelnen Bereichen der sozialen Arbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen sind. Dazu gehören u.a. die Landesjugendämter in NRW, die LAG Jugendsozialarbeit, der AGoT sowie einzelne Träger, Kommunen und Institutionen. In dieser AG sollen bisherige Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht werden, sowie Gelingensbedingungen und Hemmnisse zusammengefasst werden.

Projektstruktur

Das Projekt ist in drei Phasen über einen Projektzeitraum von rund 1,5 Jahren gegliedert. Zu Beginn steht die Frage, was in dem Bereich der internationalen Jugendarbeit in NRW durchgeführt wird. In der Mitte der Projektlaufzeit steht eine Fachtagung auf Landesebene, die good practice Ansätze präsentiert. Im Anschluss sollen Schlussfolgerungen für eine internationale Jugendarbeit in NRW entwickelt werden.

Phase 1:
Nach einer Bestandsaufnahme der Internationalen Jugendarbeit in NRW, die sich aus
- Interviews mit Expert*innen
- einer Befragung von Trägern der Jugendsozialarbeit sowie der offenen Kinder- und Jugendarbeit in NRW
- sowie einer Literatursichtung der empirischen Forschungen und Studien zusammensetzt,
werden die Ergebnisse in einer Arbeitsgruppe aus ausgewählten Expert*innen gesammelt, strukturiert und diskutiert.

Phase 2:
Im nächsten Schritt werden im Sommer 2014 die Ergebnisse der Bestandsaufnahme auf einem Fachsymposium präsentiert. Hierzu werden die Träger eingeladen, die auf dem Feld der Internationalen Jugendarbeit erfahren sind und ihr Wissen miteinander teilen können. Aus den Ergebnissen des Fachsymposiums sollen Informations- und beratungsmaterialien erarbeitet werden.

Phase 3:
Ende 2014 werden die Ergebnisse des gesamten Projektes im Rahmen einer Fachtagung ausgewertet. Die Fachtagung richtet sich insbesondere auch an die Träger, die bislang noch keine Erfahrungen auf dem Gebiet der Internationalen Jugendarbeit gesammelt haben. Ziel der Fachtagung ist es, Bedingungen für eine erfolgreiche Internationale Jugendarbeit aufzustellen, diese in Form eines politischen Fachpapiers zu präsentieren und dann im politischen Kreis zu diskutieren.

Das aktuelle forum (af)

Warum sind wir der richtige Ansprechpartner für dieses Anliegen? Das af als Träger der politischen Bildung führtseit über fünfzehn Jahren Seminare zu europäischen Themen im In- und Ausland durch. Hinzu kommen mehrere Großprojekte auf der europäischen Bühne. Damit hat das af eine Vorreiterrolle bei der Europäisierung der politischen Weiterbildung übernommen und ist dabei vernetzt mit über 15 europäischen Ländern.

Im Rahmen dieser Arbeit stehen die Handwerkseinsätze an besonderen Orten der Erinnerung im Fokus: Lidice/ Tschechien, Kalavryta/ Griechenland, Oradour/ Frankreich – alles Ortein verschiedenen Ländern, die dennoch eine gemeinsame Geschichte haben. Es sind Orte der Erinnerung an Massakern gegen die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges. Durch die Projekt- und Seminararbeit des af direkt vor Ort wurde nicht nur auf eine gemeinsame und grausame Vergangenheit zurückgeschaut. Grenzenlose Kontaktmöglichkeiten boten den jungen Menschen die Chance gemeinsam ihren Blick in die Zukunft auf ein vereinigtes Europa auszurichten. Sie entwickelten Ideen wie sie andere Menschen dazu ermutigen können, eine neue, friedliche, europäische Zukunft ohne Rassismus und Gewalt mit zu gestalten.

Das Projekt„der STuhL – soziales Training und handwerkliches Lernen“ (2009-2012) dokumentiert in verschiedenen Handreichungen 17 erfolgreiche Handwerkseinsätze (siehe af-Homepage). Das neue Projekt „young workers for europe“ (2012 bis 2014) knüpft an den Erfahrungen an und wird bis Ende 2014 mindestens 10 weitere Handwerkseinsätze in Europa durchführen. In beiden Projekten haben und werden in Kooperation mit Jugendberufshilfeträgern aus Nordrhein-Westfalen Jugendliche intensiv auf ihre Einsätze vorbereitet und pädagogisch begleitet.

Das af bemüht sich bereits seit seiner Gründung um die Menschen in der Gesellschaft, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind und hat sich in seiner Arbeit durch viele Projekte und spezielle Seminare dieser Zielgruppe, insbesondere den jungen Menschen, verschrieben. Viele methodische Arbeitsansätze und Zugangswege konnten in der Vergangenheit erfolgreich erprobt werden. So zum Beispiel in den erwähnten Handwerksprojekten in Europa oder auch im Partizipationsprojekt „RevierVersion 2.1“ gefördert durch die Stiftung Mercator. Dazu kann das af auf ein breit aufgestelltes Team aus freiberuflichen und mit der Zielgruppe erfahrenen Honorarkräften zurückgreifen.
Auch im Bereich der internationalen Jugendbegegnung hat das af seit Jahren Projekterfahrung. Beispielsweise im Rahmen des europäischen af-Projektes „EuropeanYouthVoice“, bei dem junge „Journalisten“ aus inzwischen15 europäischen Ländern eine monatlich erscheinende Internet-Zeitung herausgeben und ihre Sichtweise zu den vielfältigen europäischen Themen veröffentlichen.

Zu jährlich stattfindenden europäische Redaktionstreffen, zuletzt im Herbst 2012 in Köln, kommen jungen Menschen aus zahlreichen Ländern Europas zusammen, um gemeinsam an der EuropeanYouthVoice, einer Internetzeitung, zu arbeiten.

Darüber hinaus ist das af in der Initiative „JiVe“ in den Bereichen „Kommune goes international“ sowie „Interkulturell goes on“ aktiv und pflegt die Kooperation mit IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland sowie mit unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten.
Das af ist seit April 2013 Partner von eurodesk und somit Beratungsstelle für junge Menschen Wege ins Ausland zu finden sowie in der Lage Träger in nationalen und europäischen Förderprogrammen zu beraten.

Flyer zum Projekt "Weiterentwicklung internationaler Jugendarbeit NRW" zum Download