-LITERATURHINWEIS- Orientations of Young Men and Women to Citizenship and European Identity

Europäische Kommission (2002): Orientations of Young Men and Women to Citizenship and European Identity. Final Report. Project coordinator: Professor Lynn Jamieson.

„An dem dreijährigen Forschungsprojekt „Orientations of Young Men and Women to Citizenship an European Identity“, das von der EU gefördert wurde, nahmen Forscherteams aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, Spanien, Tschechien und der Slowakei teil. Es wurden repräsentative Umfragen unter jeweilig 400 Jugendlichen im Alter von 18 – 25 Jahren durchgeführt. In Deutschland kamen die Jugendlichen aus Bielefeld und Chemnitz. Der veröffentlichte Endbericht fasst die Forschungsergebnisse zusammen und gibt Politik-Empfehlungen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass Jugendliche in Deutschland wenig an Europa interessiert sein, kommt die Studie zu einem anderen Urteil: Auf die Frage „Wie stark fühlst du dich als Europäer?“, antworteten 63,5 % der westlichen und 63,3 % der östlichen befragten Jugendlichen mit „stark“ oder „sehr stark“. Dabei korrelieren die nationale und die europäische Identität hochgradig, denn 38 % bzw. 45,6 % halten es auch für wichtig, Deutsche zu sein. (…) Die Forscher gingen auch der Frage nach, welche Faktoren sich positiv oder negativ auf die Ausbildung einer „europäische Identität“ auswirken. Sie stellten fest, dass sich Jugendliche umso stärker mit Europa verbunden fühlen, je häufiger und länger sie das europäische Ausland besucht hatten oder je mehr europäische Sprachen sie sprechen. Jugendliche, die Europa als Chance für die eigene Lebensgestaltung begreifen und es vor allen Dingen mit Mobilität in Verbindung bringen, fühlen sich ebenfalls eher „europäisch“. Die Vermutung jedoch, dass Personen mit höherer Schulbildung eine stärkere europäische Identität haben, kann innerhalb der untersuchten Länder wenig, für Deutschland gar nicht bestätigt werden. Vielmehr ist unklar, ob und wie Wissen und Interesse korrelieren. Fest steht allerdings, dass die deutschen Jugendlichen wenig über Europa wissen. So sagen 38,4 % in Westdeutschland und 33,3 % in Ostdeutschland, dass sie „selten“ oder „gar nicht“ von Europa in der Schule gehört haben. Auch wenn sie sich positiv äußern, können die meisten nichts zu den Einflüssen der EU auf das eigene Land sagen. Je mehr sich jedoch Jugendliche mit Europa identifizieren, umso eher werden Menschen anderer Herkunft als Bereicherung betrachtet und wird Fremdenfeindlichkeit abgelehnt.“ (Quelle: https://www.jugendpolitikineuropa.de/beitrag/heimliche-liebe-studie-diagnostiziert-bei-vielen-jugendlichen-eine-europaeische-identitaet.6559)

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